Mein Bett, mein Schlafzimmer, mein Wohlbefinden

Bett ist nicht gleich Bett. Es gibt unterschiede und Modelle wie Boxspingbett und Polsterbett und viele weitere.

Ein neues Bett – worauf man achten sollte

Wie man sich bettet, so schläft man, heißt es in einem Sprichwort. Aber mehr noch. Wie man sich bettet, so wird die Nacht, so erwacht man, so startet man in den Tag. Viele Menschen sind sich der Bedeutung einer gesunden Schlafstätte überhaupt nicht bewusst. Durchschnittlich verbringt der Mensch ein Drittel seiner Zeit auf den wenigen Quadratmetern seines Schlafplatzes. Schon der aus der Schweiz stammende Arzt, Naturphilosoph und Alchemist Paracelsus (1493 – 1541) erkannte sehr früh: „Ein krankes Bett ist das sicherste Mittel, sich die Gesundheit zu ruinieren“. Folglich ist es ratsam, sich mit dem Thema Bett eingehend zu beschäftigen, um bei einem Bettenkauf zu wissen, worauf es ankommt und woran man eine gute Qualität erkennt.

Erhebungen zum Thema haben ergeben, dass man im Schnitt 22 Jahre im selben Bett schläft und dass nur alle 14 Jahre eine neue Matratze gekauft wird. Dabei sollte eine Matratze alleine aus hygienischen Gründen alle sieben bis zehn Jahre gewechselt werden. Im Prinzip besteht ein Bett aus einem Gestell – meistens aus Holz oder Metall –, einem Lattenrost und einer Matratze. Alle diese drei Komponenten sollten harmonisch aufeinander abgestimmt sein, so dass sie den individuellen Anforderungen der jeweiligen Person entsprechen.

Das Bettgestell – stabil und gut verarbeitet

Ein Bettgestell muss stabil sein, um dem Lattenrost und der Matratze einen guten Halt zu geben. Da wir uns während des Schlafes etwa 20 bis 40 Mal umdrehen, ist ein Bett jede Nacht starken Belastungen ausgesetzt. Auf Dauer bleibt alles aber nur stabil, wenn die verwendeten Materialien gut verarbeitet sind und der Rahmen eine Stärke von mindestens 25 Millimetern hat. Es gilt zu überprüfen, ob sich die Verbindungsschläge nachziehen lassen. Ist dies der Fall, spricht man von einem winkelfesten Grundgerüst, das sich nicht verzieht. Bei Doppelbetten sollte zusätzlich darauf geachtet werden, ob eine tragende Mittelstrebe verbaut ist, damit die Matratze nicht durchhängt. Auch die Rahmenhöhe ist von Bedeutung. Optimal ist eine Höhe von 50 bis 60 Zentimetern, um bequem ins Bett einzusteigen und am anderen Morgen leicht aufstehen zu können.

Grundsätzlich wird zwischen Polsterbetten und Boxspringbetten unterschieden. Bei Polsterbetten ist der Bettrahmen an den Außenseiten gepolstert. Zum Beziehen von Polsterbetten werden in der Regel verschiedene Webstoffarten, Leder oder Kunstleder verwendet. Die Matratze ist bei einem Polsterbett fest eingebaut. Bei Boxspringbetten entfällt der Lattenrost und das Innenleben besteht aus einer Unterbox, der Matratze und in den meisten Fällen einem sogenannten Topper als weiche und die Matratze schonende Auflage. Die Federkernmatratze eines Boxspringbettes ruht auf einem stabilen Holzkasten, ebenfalls mit Federkern. Viele schätzen an Boxspringbetten die etwas erhöhte Liegefläche (i.d.R. 70 cm), wodurch das Aufstehen leichter fällt, da der Körper zum Aufrichten weniger Kraft aufwenden muss.

Das Bett und der Lattenrost

Von vielen wird die Funktion und die sich daraus bedingende Qualität eines Lattenrostes unterschätzt und als nicht so wichtig empfunden. Aber: ein Lattenrost trägt die Matratze und gibt ihr die notwendige Stabilität, wodurch ein orthopädisch gerechtes Liegen erst möglich wird und eine Entlastung der Wirbelsäule stattfindet. Ohne diese Stabilität können Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenprobleme auftreten, weitere Folgen sind Mattheit und Müdigkeit bereits am Morgen, statt ausgeruht und voller Energie in den Tag zu starten. Außerdem sorgt der Lattenrost für die Luftzirkulation, um Feuchtigkeit oder gar Schimmel zu vermeiden, denn im Durchschnitt verliert ein Mensch während der nächtlichen Ruhe bis zu einen halben Liter Flüssigkeit, die zum Teil von der Matratze aufgenommen wird. Die gängigen Lattenroste sind entweder Federholzrahmen, Mehrzonen-Lattenroste oder verstellbare Lattenroste, die in Abhängigkeit vom Körpertyp und der Art des Bettes gewählt werden sollten. Hier bietet ein gutes Fachgeschäft mit kompetenten Berat- ern die richtigen Empfehlungen.

Das Bett und die Matratze

Ob Ferderkern-, Latex-, Visco- oder Kaltschaummatratze. Entscheidend bei der Wahl der geeigneten Matratze ist der Härtegrad (H). H1 empfiehlt sich für ein Körpergewicht von bis zu 50 Kilogramm, das Liegegefühl lässt sich als sehr weich beschreiben. Als „nur“ weich hingegen wird das Liegefühl bei H2 empfunden, der für ein Körpergewicht von bis zu 70 Kilogramm in Betracht kommt. Ein mittelfestes Liegegefühl für Personen mit einem Körpergewicht von 70 bis 100 Kilogramm zeichnet den Härtegrad 3 (H3) aus. Ein hartes Liegegefühl ist dem H4 zu eigen und bietet Menschen mit einem Gewicht von 100 bis 130 Kilogramm den entsprechenden Matratzen- komfort. Die Härtegrade stellen eine Orientierungshilfe dar, jedoch sollte jeder selbst testen, welcher Härtegrad seinen individuellen Bedürfnissen entspricht.

Gesundes Schlafen und die Umgebung

Links und rechts zwei schöne große Pflanzen neben dem Bett mögen wunderbar aussehen und dem Schlafzimmer das gewisse Extra geben, aber Pflanzen haben im Schlafzimmer nicht zu suchen. Einerseits verbrauchen Pflanzen Sauerstoff, andererseits strömen sie Kohlendioxid aus, was einem gesunden und guten Schlaf entgegenwirkt. Außerdem sind Pflanzen Staubfänger und Staub kann die Atemwege reizen. Auch der unsichtbare Elektrosmog beeinträchtigt einen gesunden und erholsamen Schlaf. Deshalb sind Fernseher, Computer, WLAN-Router, Schnurlos- Telefone und HiFi-Anlagen aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Und die missgünstigste aller schlechten Angewohnheiten in diesem Zusammenhang ist es, sich vom auf dem Nachttisch lauernden Smartphone wecken zu lassen. Das sollte ein mechanischer Wecker übernehmen, der nicht nur im Internet für fünf bis zehn Euro erhältlich ist.