Fotograf was ist das eigentlich genau in der heutigen Zeit?

Das perfekte Bild – Tipps für angehende Fotografen

Fotoplattformen wie Flickr oder Instagram haben dem Handwerk des Fotografen in den letzten Jahren zu echtem Kultstatus verholfen. Immer mehr Personen versuchen sich seither darin, einzigartige Schnappschüsse einzufangen und das nicht nur zum Zeitvertreib. Professionelles Bildmaterial ist in der digitalen Welt nämlich echtes Geld wert. Da visueller Content die Aufmerksamkeit potentieller Kunden erwecken kann, sind gute Fotos heutzutage fast unerlässlich, um Webseiten und Produkte effizient zu bewerben. Zahlreiche Fotografen arbeiten deshalb inzwischen hauptberuflich als Contentproduzenten für Webagenturen, Onlineshops oder Geschäftsmodelle im Internet. Für alle, die selbst von einer Karriere als Webfotograf träumen, hier darum ein paar nützliche Tipps.

Ein Fotograf für jeden Zweck – Jobs in der Fotobranche

Wer sich einen Namen als Fotograf machen möchte, der muss sich vorab natürlich überlegen, welches Klientel er bedienen will. Denn es gibt in Sachen Fotomaterial unzählige Sparten zu bedienen und nicht jede davon liegt einem angehenden Fotografen gleich gut. Einige sind zum Beispiel auf dem Gebiet der Portraitfotografie sehr begabt und produzieren traumhafte Nahaufnahmen von Personen, Produkten oder Pflanzen. Andere haben sich der Szenenfotografie verschrieben und faszinieren Betrachter mit atemberaubenden Landschaftsfotografien. Aus diesem Grund nachstehend ein kleiner Überblick über die wichtigsten Jobs für Fotografen:

Eventfotograf – der Szene auf der Spur

Ob Konzertfotos in Hamburg, eine Bilderserie über das letzte Straßenfest in Frankfurt oder Schnappschüsse von der Hochzeit in Berlin – Eventfotografie beschäftigt sich hauptsächlich damit, festliche Stimmungen bei gesellschaftlichen Ereignissen einzufangen. Dabei kommt es oft auf ein gutes Händchen in der Aufnahme von Bewegungsabläufen an. Auch künstliche Lichtquellen und Interaktionen sollten von Eventfotografen aufmerksam beobachtet werden, um originelle Motive zu ergattern.

Kunstfotograf – ungewöhnlich und ausdrucksstark

Wer gerne ausgefallene Fotoeinstellungen ausprobiert, der interessiert sich vielleicht für einen Job als Kunstfotograf. Schräge Styles und unkonventionelle Motive sind hier an der Tagesordnung, denn die Kunstfotografie setzt vor allem anderen auf expressionistische Ausdrucksformen. Sehr häufig zu finden sind Fotos dieser Art zum Beispiel in Szenemagazinen oder auf Kunstausstellungen. Auch Künstlerprofile und Coverart für Musikalben oder Filme setzen oft auf ein ausdrucksstarkes Kunstfoto.

Makrofotograf – ein Auge fürs Detail

Die Dinge genauer unter die Lupe zu nehmen ist das Credo der Makrofotografie. Es geht darum gestochen scharfe Nahaufnahmen von Objekten und Lebewesen zu schießen. Durch die Makroeinstellungen kommen insbesondere einzigartige Musterungen, Farbverläufe und Formdetails zur Geltung. Gebraucht werden Makroaufnahmen dabei in unzähligen Bereichen. Nahaufnahmen von Pflanzen und Kleinstlebewesen wie Insekten oder Bakterien sind zum Beispiel für Biologie- und Medizincontent relevant. Makros von Textilien oder Oberflächen machen sich dagegen gut als Hintergrundfotos oder Produktwerbung.

Naturfotograf – die Wildnis vor der Linse 

Die Natur bietet eine Fülle von Motiven, die von Pflanzen- und Tier- bis hin zur Landschaftsfotografie reichen. Dieser Job ist die Erfüllung für alle Outdoor-Fans und Naturliebhaber, die ihre Fotoimpressionen in freier Wildbahn mit der Welt teilen möchten. Eine große Nachfrage entsprechenden Fotomaterials herrscht nicht nur in der Reisebranche. Auch Webseiten, Fachzeitschriften und Magazine für Botanik, Geologie und Zoologie sind stets auf der Suche nach guten Naturfotos.

Portraitfotograf – das Model und du

Sei es ein unvergessliches Portrait vom Brautpaar in verliebter Pose, ein Comicfan in Verkleidung seines Lieblingshelden, Straßenkünstler und Musiker bei der Ausübung ihrer beeindruckenden Showperformance oder das Starmodel in angesagter Designerkleidung. Die Portraitfotografie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Personen gekonnt in Szene zu setzen. Entsprechendes Bildmaterial wird später nicht nur in Fotoalben zu Privatzwecken geheftet. Daneben kommen auch Portfolios für Modelagenturen, Fashion-, Kosmetik- Starmagazine nicht ohne Portraitfotos aus.

Produktfotograf – Werbefotos mit dem gewissen Etwas

Sehr eng verknüpft ist die Portraitfotografie oftmals mit der Produktfotografie. Immerhin werben zahlreiche Models in ihren Fotoportraits gleichzeitig auch für Produkte wie Kosmetik oder Kleidung. Darüber hinaus müssen auch die Produkte selbst ansprechend präsentiert werden. In diesem Zusammenhang greifen Fotografen mittlerweile immer wieder auf Makroaufnahmen des jeweiligen Produktes zurück, weshalb es für diese Form der Fotografie sinnvoll ist, sich eingehend mit Close-Ups zu beschäftigen. Ein echter Trend sind hier derzeit Foodpics, die leckeres Essen fast schon erotisch ablichten und deshalb auch als „Foodporn“ bekannt sind. Doch auch andere Produkte können auf Fotos ähnlich verführerisch vermarktet werden.

Reisefotograf – immer in Bewegung bleiben

Fotografen, die gerne Natur- und Landschaftsfotos aufnehmen, interessieren sich möglicherweise auch für Reisefotografie. Hier kommen neben schönen Schnappschüssen von Naturspots auch klassische Urlaubsmotive wie Bilder von beeindruckender Stadtarchitektur oder faszinierenden Sehenswürdigkeiten hinzu. Denkbar sind außerdem Aufnahmen von der Reiseroute, dem Essen im Hotel oder speziellen Urlaubsevents. Im Grunde vereint die Reisefotografie also mehrere Fotodisziplinen in einem. Abnehmer für Reisefotos sind unter anderem Reiseveranstalter, Reiseblogs, aber auch Toursimusbehörden oder Hotels.

Die richtige Ausrüstung für Fotografen

In der Welt der digitalen Medien bedarf es für ein gutes Foto, das aus der Masse heraus stickt mitunter mehr als nur einen Fotoapparat. So arbeiten viele Fotografen in der Reise und Eventfotografie mittlerweile zum Beispiel mit einer Teleskopstange, die Aufnahmen aus einem besonders originellen Blickwinkel erlaubt. Für Portraits und Landschaftsfotos ist wiederum ein Fotostativ unerlässlich, damit das Bild während der Aufnahme nicht verwackelt. Zur Nachbearbeitung von Fotos, etwa um Effekte hinzuzufügen oder kleinere Bildfehler beseitigen empfiehlt sich zusätzlich ein gutes Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop oder PhotoScape. Was das Aufnahmegerät selbst anbelangt, gibt es natürlich ebenfalls Unterschiede. Abgesehen von der individuellen Brennweite des Gerätes stehen hier heutzutage auch sehr verschiedene Apparate zur Verfügung. Die drei gängigsten Varianten sind:

  • klassischer Fotoapparat: Die analoge Fotokamera ist nach wie vor der Standard für viele Fotografen. Es ist nicht nur der Hang zur Nostalgie, sondern vielfach auch eine Frage der Fotoqualität, die den herkömmlichen Fotoapparat zum traditionellen Aufnahmegerät macht. Der Nachteil ist allerdings, dass Analoggeräte in der Regel nicht so leicht zu verstauen sind und gerade ältere Modelle nur bedingt mit digitalen Speichermedien wie Laptops oder Handys kompatibel sind. Ein schnelles Hochladen und Bearbeiten der Fotos ist daher nicht immer möglich.
  • Digitalkamera: Gezielt auf die digitale Medienlandschaft zugeschnitten sind digitale Fotoapparate. Anstatt Filmrollen besitzen sie austauschbare Speicherkarten, die in den meisten Fällen direkt in eine dafür vorgesehene Laptopschnittstelle gesteckt werden können. Alternativ gibt es Digitalkameras für gewöhnlich serienmäßig mit USB-Anschluss, sodass die Fotos leicht über ein Datenkabel auf ein externes Speichermedium überspielt werden können. Zu achten ist beim Kauf aber auf die gelieferte Bildqualität. Insbesondere billige Digicams produzieren des Öfteren qualitativ minderwertige Fotos und sind daher nicht für Profi-Fotografen geeignet. Ein gutes Gerät könnte daher auch schon mal etwas mehr kosten.
  • Handykamera: Über ins Mobiltelefon integrierte Kameras wird viel Negatives berichtet. Dabei gibt es eine Vielzahl an hochwertigen Handygeräten, die eine gute Kamera beinhalten. Zwar erfordert es ein wenig Übung, damit gute Fotos zu schießen, unmöglich ist das aber nicht. Ein besonderer Bonus von Handykameras sind außerdem die vielseitigen Filteroptionen, mit denen Motive kinderleicht ins rechte Licht gerückt werden können. Komplikationen könnte es jedoch bei spärlichen Lichtverhältnissen und zu weit entfernten Motiven geben. Ideal ist die Handykamera dagegen für Nahaufnahmen und Makros.

Fotopreise und Lizenzen – als Fotograf Geld verdienen

Das Honorar für ein Foto lässt sich nicht pauschal berechnen. Faktoren, die in den Fotopreis mit einspielen sind beispielsweise die Fotogröße, übertragene Nutzungsrechte (z.B. Produktwerbung), die genaue Platzierung des Fotos innerhalb eines Textes oder Magazins sowie die Dauer der Platzierung. Ein wirklich gutes Foto kann dem Fotografen unter Berücksichtigung dieser Kriterien schon mal 100 bis 300 Euro einbringen. Das ist allerdings eher die Ausnahme. Durchschnittlich wird Fotocontent eher für 20 bis 50 Euro verkauft oder in Tauschwährungen auf Fotoplattformen wie Fotolia bzw. Adobe Stock angeboten. Hier stehen die Bilder allen Nutzern zur Verfügung, die je nach Verwendungszweck und Bildgröße festgelegte Preise für das gewünschte Foto Bezahlen.

Apropos Verwendungszweck der Fotos: Die Lizenzrechte für Bildmaterial ändern sich künftig mit dem neuen Medien-Staatsvertrag drastisch. Während sich viele Youtuber und Webseitenbetreiber über die neuen Nutzungsrechte für Fremdcontent beschweren, räumt die Rechtsreform gerade Fotografen mehr Rechte an ihren Kunstwerken ein. Einzigartiges Bildmaterial könnte daher wesentlich teurer werden und dem Urheber zu einer besseren Bezahlung verhelfen.