Kurkuma

Kurkuma – Die gelbe Superwurzel aus dem Orient

Es gibt ein paar Gewürze, ohne die ein echtes orientalisches Rezept nicht auskommt. Das gilt vor allem für aromatische Wurzelkräuter. Neben Knoblauch und Ingwer gehört hierzu auch Kurkuma (Curcuma), die wegen ihrer kräftig gelb-orangen Färbung im Volksmund auch Gelbwurzel genannt wird. Dabei verleiht die Wurzel exotischen Gerichten nicht nur einen mild-würzigen Geschmack und eine charakteristisch gelbliche Farbe. Zusätzlich weist Kurkuma auch eine Fülle gesundheitsrelevanter Inhaltsstoffe auf, deretwegen sie sowohl in der indischen Heilkunst Ayurveda, als auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit tausenden von Jahren zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt wird. Ein echtes Superfood also, das wir in diesem Beitrag etwas genauer unter die Lupe nehmen möchten.

Kurkuma – Die kleine Schwester des Ingwers 

Unter den orientalischen Gewürzen hat Kurkuma vor allem mit der Ingwerwurzel viel gemeinsam. So gehören zum Beispiel beide Gewürzkräuter zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und fallen durch eine intensive Gelbfärbung ihrer Wurzelstöcke auf. Die Wurzeln sind auch von ihrer Form her nahezu identisch und besitzen teilweise die gleichen Inhaltsstoffe. Allerdings schmeckt Kurkuma deutlich milder als der scharf-säuerliche Ingwer, wohingegen seine Färbekraft wesentlich stärker ausgeprägt und mit der von Safran zu vergleichen ist. Neben dem Volksnamen Gelbwurzel ist für Kurkuma deshalb auch Beinamen wie „Safranwurzel“ oder „Indischer Safran“ gebräuchlich.

In ihrer Anwendungsgeschichte liegen Ingwer und Kurkuma allerdings gleich auf. Beide Wurzelkräuter sind seit gut 5000 Jahren in Verwendung, wobei gerade die indische Küche auf die Gesundheitswirkung von Kurkuma setzt. Die gelbe Wurzel zählt hier zu den wichtigsten Gewürzen überhaupt und ist fester Bestandteil der ayurvedischen Ernährungslehre. Ein Konzept, das auf die Heilung von Krankheiten durch entsprechende Ernährung setzt. Konkret gehören zu den Anwendungsgebieten der Gelbwurzel

  • Kurkuma bei Hauterkrankungen

z.B. Akne, Ekzeme, Hautausschläge oder Schuppenflechte

  • Kurkuma bei Immunschwächen

z.B. Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen

  • Kurkuma bei Knochen- und Gelenkerkrankungen

z.B. Arthritis, Arthrose, Osteoporose oder Rheuma

  • Kurkuma bei Verdauungsbeschwerden

z.B. Blähungen, Darmpolypen, Gallenschwäche oder Magenbeschwerden

  • Kurkuma bei sonstige Gesundheitsbeschwerden

z.B. Asthma, Krebserkrankungen oder Östrogenmangel

Inhaltsstoffe von Kurkuma – das steckt in der Gelbwurzel

Mit Kurkuma ist ein Gewürzkraut gegeben, das regelrecht geladen ist mit gesunden Inhaltsstoffen. Ein üppiger Cocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen und medizinischen Wirkstoffen tummelt sich in der gelben Wurzel, die nicht ohne Grund eine so wichtige Rolle in der asiatischen Heilkunde einnimmt.

ätherische Öle im Kurkuma

Typisch für eine Vielzahl an Gewürzen aus dem Orient ist deren reicher Gehalt an ätherischen Ölen. Sie machen einen nicht geringen Anteil der Heilwirkung besagter Gewürzkräuter aus, weil sie sich aus einer Fülle heilpflanzlicher Wirkstoffe zusammensetzen. In Kurkuma sind diesbezüglich vor allem medizinisch wirksame Terpene und Pflanzensäuren aktiv. Die aromatischen Pflanzenstoffe verleihen der Gelbwurzel einerseits ihren unverkennbaren Geschmack. Andererseits sind sie auch für ihre

  • atemwegsbefreiende
  • durchblutungsfördernde
  • entzündungshemmende
  • schleimlösende
  • und schmerzstillende

Wirkung bekannt. Auf diese Weise hilft das ätherische Öl von Kurkuma vor allem bei Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden und schmerzhaften Entzündungen. Zu den wichtigsten Terpenen und Pflanzensäuren in der Heilwurzel gehören dabei:

  • Borneol
  • Cineol
  • Cumarinsäure
  • Cymen
  • Eugenol
  • Kaffeesäure
  • Phellandren
  • Turmeron
  • Zimtsäure
  • Zingiberen

Flavonoide im Kurkuma

Der wichtigste Inhaltsstoff von Kurkuma ist das namensgebende Curcumin. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Flavonoid. Der Begriff beschreibt Pflanzenfarbstoffe und geht auf das lateinische Wort flavus für „gelb“ zurück. Tatsächlich wurden seiner Zeit nämlich gelb färbende Pflanzenfarbstoffe wie Curcumin als erstes entdeckt und unter anderem zum Färben von Textilien verwendet. Curcumin ist nun aber ein sehr besonderer pflanzlicher Farbstoff, denn er ist nicht nur dazu in der Lage zu färben, sondern auch zu heilen. In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere Studien mit der Heilwirkung dieses Inhaltsstoffes beschäftigt und kamen zu äußerst interessanten Ergebnissen. 

Aus Indien, dem Ursprungsland von Kurkuma stammt hierzu beispielsweise eine Studie, die sich mit der Heilwirkung von Curcumin bei neurodegenerativen Krankheiten beschäftigte. Die zuständigen Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass sich der Pflanzenfarbstoff stimulierend auf die Nervenbahnen auswirkt und so selbst schwere neurologische Erkrankungen wie Alzheimer entschärfen kann. 

In China untersuchte man dagegen die Heilwirkung von Kurkuma bei Knochenkrankheiten. Beobachtet werden konnte unter anderem eine Stärkung der knocheneigenen Osteoblasten durch Curcumin. Dabei handelt es sich um spezielle Knochenzellen, welche für die Erneuerung von Knochengewebe verantwortlich sind. Gerade im Alter lässt die Funktion der Osteoblasten stetig nach, weshalb hier vermehrt Knochen- und Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose drohen. Ein regelmäßiger Verzehr von Kurkuma kann folglich altersbedingten Verschleißerscheinungen der Knochen entgegenwirken.

Besonders eindrucksvoll ist auch die Wirkung von Curcumin auf Krebszellen. Offenbar hemmt das Flavonoid nämlich das Wachstum von entartetem Zellgebe und regt gleichzeitig die Bildung neuer, gesunder Stammzellen an. Verschiedene Studien zum Thema erwähnen darum wiederholt, dass Curcumin in Zukunft ein wichtiger Wirkstoff für die Krebstherapie werden könnte.

Weitere Flavonoide, die zur Heilwirkung, wie auch zur charakteristischen Färbung der Gelbwurzel beitragen, finden sich in Carotin und Xanthophyllin. Ähnlich wie Curcumin besitzen sie nervenstimulierende und zellschützende Eigenschaften. Darüber hinaus wirken die Pflanzenfarbstoffe von Kurkuma

  • Kurkuma ist entzündungshemmend
  • Kurkuma ist immunstärkend
  • Kurkuma ist schmerzlindernd
  • Kurkuma ist verdauungsfördernd.

Vitamine und Mineralien im Kurkuma

Weitere Stärkung erhalten Nerven und Knochen durch die zahlreichen Nährstoffe in Kurkuma. Als besonders knochenstärkend gelten hierbei vor allem die Mineralstoffe 

  • Kalzium
  • Mangan 
  • Phosphor
  • und Zink. 

Der Mineralstoff Eisen ist dagegen für eine gute Durchblutung wichtig und fördert die Verdauung. Für die Nervenfunktionalität von großer Bedeutung ist wiederum das Vitamin B in Kurkuma. Hautprobleme und Immunschwächen reagieren zusätzlich positive auf die extra Portion Vitamin A und Vitamin E in der Gelbwurzel.

Kochen mit Kurkuma

Verwenden lässt sich Kurkuma in der Küche relativ vielseitig. Unabdingbar ist das Gewürz zum Beispiel für traditionelle Currygerichte, die ihre orange-gelbe Färbung nur durch den Zusatz der Gelbwurzel erhalten. Doch auch Suppen, Fleischmarinaden, Reisgerichte und deftiges Gebäck profitiert von einer Prise Kurkuma. Neuerdings findet man das Wurzelkraut auch immer öfter in Getränken, Süßgebäck und Eingemachtem. Ein paar besondere Empfehlungen sind diesbezüglich gelbe Smoothies, Tees, Muffins und Marmeladen, die auf eine Kombination von Kurkuma und dem artverwandten Ingwer setzen.

Unser Rezept für Kurkuma-Orangen-Smoothie:
  • 2 Orangen
  • 1 Zitronenscheibe
  • 1 Banane
  • 30 g Cashewkerne
  • 8 g Kurkumawurzel (frisch)
  • 8 g Ingwerwurzel (frisch)

Zubereitung: Weichen Sie zu aller erst die Cashewkerne für ca. 7 Stunden in Wasser ein, damit sie sich leicht pürieren lassen. Kurz vor der Zubereitung des Smoothies schälen Sie dann die Früchte und Wurzelkräuter und geben diese zusammen mit den Cashewkernen in einen Mixer. Das Wasser, das zum Einweichen genutzt wurde kommt ebenfalls hinzu, da es den nussigen Geschmack des Smoothies unterstützt. Anschließend zerkleinern Sie die Zutaten im Mixer so lange, bis sich eine cremige Konsistenz ergeben hat. Bei Bedarf können Sie noch etwas mehr Wasser hinzugeben, um den Smoothie zu verdünnen.

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