Nachhilfe

Nachhilfeunterricht – durch gezieltes Lernen zum Erfolg

 

Ein hervorragender Schulabschluss bildet die Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Auf diesem Weg bleiben jedoch zahlreiche Hürden in Form von Leistungsnachweisen nicht aus.

Wie anspruchsvoll die Anforderungen tatsächlich sind, zeigt das Ergebnis einer Studie. Daraus geht hervor, dass rund die Hälfte aller Schüler innerhalb ihrer Schullaufbahn Nachhilfe in Anspruch nehmen.

Doch was genau ist Nachhilfe, und wann ist diese überhaupt erforderlich? All das erfahren Sie hier:

 

Was ist Nachhilfeunterricht?

Vor allem allgemeinbildende Schulen zielen darauf ab, ein breit gefächertes Fachwissen verschiedenster Themenbereiche zu vermitteln. Da jeder Schüler individuelle Begabungen und Interessen mitbringt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Lernen unterschiedlich schwerfällt. Nachhilfeunterricht, umgangssprachlich auch als Nachhilfe bezeichnet, dient dazu, schulische Probleme gezielt anzugehen.

Dieser Zusatzunterricht findet immer außerhalb der regulären Schulzeit statt. Bei einer klassischen Nachhilfe wird der persönliche Förderbedarf ermittelt, und anschließend eine feste Laufzeit vereinbart. Diese beläuft sich meist auf ein ganzes oder halbes Schuljahr. Gewöhnlicher Nachhilfeunterricht ist vorübergehend angelegt, findet innerhalb des festgesetzten Zeitraums jedoch regelmäßig statt. Die Vermittlung des notwendigen Fachwissen in mindestens einem Schulfach ist dabei garantiert.

Wann ist Nachhilfeunterricht sinnvoll?

Die Gründe dafür, wann Nachhilfeunterricht benötigt wird, könnten kaum unterschiedlicher sein. Verbessern sich die Noten trotz permanentem Lernen nicht, ist eine organisierte Lernbegleitung anzuraten. Liegen die schulischen Leistungen über einen längeren Zeitraum im Bereich zwischen 4 und 5, sollte ein Nachhilfelehrer aufgesucht werden. Spätestens wenn die Versetzung gefährdet ist, ist es an der Zeit, Zusatzunterricht einzuholen.

Nicht immer lassen sich nachlassende Schulleistungen damit begründen, dass der eigentliche Lernstoff Probleme bereitet. Infolge eines Schulwechsels greifen die Lerninhalte zum Beispiel nicht immer lückenlos ineinander, was zu größeren Wissenslücken führen kann. Nachhilfeunterricht kann dabei helfen, diesen Rückstand gezielt nachzuarbeiten. Schicksalsschläge wie der Tod eines Familienmitglieds oder die Scheidung der Eltern sind ebenfalls ein häufiger Anlass für schlechtere Schulnoten. Aber auch wenn das eigenständige Lernen grundsätzlich Probleme bereitet, bietet der Nachhilfeunterricht ausreichend Raum, um sich praktische Tricks anzueignen.

Etwa die Hälfte aller Nachhilfesuchenden nutzt den Zusatzunterricht aus eigenem Interesse zur Prüfungsvorbereitung. Auch vor Beginn eines Studiums wird Nachhilfeunterricht gerne in Anspruch genommen, um vorhandenes Wissen aufzufrischen oder sich in bevorstehende Themenbereiche einzuarbeiten.

 

Wie oft sollte Nachhilfeunterricht stattfinden?

Sobald feststeht, dass Nachhilfestunden erforderlich sind, sollten diese vorausschauend organisiert werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass sich der Zusatzunterricht mit bereits bestehenden Verpflichtungen vereinbaren lässt. Ausschließlich wenn bereits täglich zeitintensive Freizeitaktivitäten geplant sind, ist zu überlegen, einige davon für einen gewissen Zeitraum zu pausieren.Prioritäten sind unverzichtbar, wenn es darum geht, langfristig erfolgreich zu sein. Die Regelmäßigkeit des Nachhilfeunterrichts ist unbedingt einzuhalten. Im Durchschnitt werden ein bis zwei Tage Nachhilfeunterricht pro Woche empfohlen. Die Dauer beträgt dabei jeweils entweder 60 oder 90 Minuten.

Welche Formen von Nachhilfeunterricht gibt es?

Nachhilfe gibt es schon seit der Einführung der Schulpflicht. Zu dieser Zeit gab es allerdings keinen speziellen Ausdruck für diese Art von Zusatzunterricht. Eltern, Geschwister, Verwandte und Bekannte, jeder der helfen konnte, half dabei, die geforderten Lerninhalte zu verinnerlichen. Zahlreiche Änderungen des Lehrplans machten den Unterricht zunehmend komplexer und anspruchsvoller, was einen erhöhten Förderungsbedarf nach sich zog. Daraus entstanden über die Jahre hinweg die unterschiedlichsten Nachhilfemodelle.

Unabhängig davon, für welches Modell Sie sich entscheiden, stellt sich zunächst die Frage nach Einzel- oder Gruppenunterricht. Da sich beide Varianten durch ihre eigenen Vor- und Nachteile auszeichnen, sollten Sie die Vorlieben des Nachhilfeschülers in den Vordergrund stellen. Anschließend stehen Ihnen folgende Nachhilfeformen zur Auswahl:

Privater Nachhilfeunterricht

Zu den privaten Nachhilfeanbietern gehören in der Regel Freunde, Schüler aus höheren Klassen oder Fachkräfte wie Studenten und pensionierte Lehrer. Der größte Vorteil von privater Nachhilfe ist, dass sich diese normalerweise flexibel vereinbaren lässt. Überwiegend findet die private Nachhilfe im Einzelunterricht zu Hause oder in der Schule statt.

Die Schule als Nachhilfeort wird gerne dann genutzt, wenn ältere Schüler die Lehrerrolle übernehmen. Diese kennen möglicherweise die Schwerpunkte der jeweiligen Lehrkräfte, was sich für den Nachhilfeschüler durchaus als vorteilhaft erweisen kann. Der Unterrichtsstoff wird von Schüler zu Schüler auf Augenhöhe vermittelt, gegebenenfalls helfen eigene Erfahrungswerte weiter. Da der lehrende Schüler in gewissem Maße selbst von der Wiederholung der Lerninhalte profitiert, fällt die Vergütung dieser Dienstleistung meist recht preiswert aus.

Nachhilfeunterricht von Studenten und angehenden beziehungsweise pensionierten Lehrern ist hingegen meist deutlich kostenintensiver. Diese qualifizierten Fachkräfte verfügen über pädagogisches Fachwissen und vermitteln den Lernstoff gekonnt.

Bewährte Nachhilfeinstitute

Hier haben Sie meist die Wahl zwischen Einzel- und Gruppenunterricht. Da nahezu in jeder größeren Stadt ein entsprechendes Nachhilfeinstitut ansässig ist, fällt die Kontaktaufnahme meist leicht. Der Unterricht findet für gewöhnlich in den eigenen Räumen des Instituts statt. Da hier mehrere Lehrkräfte zur Verfügung stehen, ist ein Wechsel bei Bedarf jederzeit möglich. Alle Lehrenden verfügen zudem über entsprechendes Fachwissen. Bei bekannten Nachhilfeinstituten sollten Sie jederzeit die vertragliche Grundlage im Hinterkopf behalten. Entsprechende Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen regeln die Zusammenarbeit.

Online-Nachhilfe

Das World Wide Web gewinnt in fast allen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich selbst Nachhilfe mittlerweile online absolvieren lässt. Alternativ sind spezielle PC-Lernprogramme mit den gewünschten Lerninhalten am Markt erhältlich. Das Lernen erfolgt vollkommen flexibel in Eigenregie. Die verhältnismäßig günstige Online-Nachhilfe empfiehlt sich vor allem bei kleineren Lernrückständen. Um auf diesem Wege langfristige Erfolge zu erzielen, ist hierfür ein gesundes Maß an Zeitmanagement und Selbstdisziplin erforderlich.

Worauf sollten Sie bei der Wahl eines Nachhilfelehrers achten?

Im Gegensatz zum regulären Schulunterricht legen Sie die Kriterien für einen Nachhilfelehrer selbst fest. Dabei ist es unverzichtbar, dass die Chemie zwischen Lehrkraft und Nachhilfeschüler stimmt. Am besten lässt sich dies direkt bei der Arbeit beurteilen. Um einen ersten Einblick in die Lehrmethoden zu gewinnen, stellen zahlreiche Anbieter eine kostenlose Probestunde in Aussicht. Im Vorfeld sollte ein ausführliches Gespräch zwischen Eltern, Nachhilfeschüler und Lehrkraft stattfinden. In diesem Rahmen ist es wichtig, dass alle Parteien ihre Vorstellungen und Wünsche klar äußern. Ausgehend von dieser Grundlage gilt es, einen groben Fahrplan zu erarbeiten. In regelmäßigen Abständen sind dessen Erfolge zu überprüfen.

Da jeder Schüler in seiner eigenen Geschwindigkeit lernt, sollten Sie Wert auf eine individuelle Vertragslaufzeit legen. Nur so ist eine Lernatmosphäre ohne jeglichen Druck garantiert. Achten Sie außerdem auf eine transparente Kostenaufstellung. Über eventuelle Zusatzkosten für Anfahrt oder Unterrichtsmaterial sollte bereits zu Beginn informiert werden. Nachhilfelehrer mit pädagogischem Abschluss oder fachlichem Hintergrundwissen sind zwar in der Regel etwas kostenintensiver, verfügen dafür aber über die notwendige Autorität, sodass die gewünschten Lernerfolge nur selten ausbleiben.

 

Diese Quellen helfen Ihnen dabei, den richtigen Nachhilfelehrer zu finden:

  • Empfehlungen durch Freunde und Bekannte
  • Verzeichnis der Gelbe Seiten
  • Zeitungsinserate
  • Werbung von Nachhilfeinstituten
  • Werbung öffentlicher Aushänge
  • Ausschreibungen privater Anbieter auf Internetplattformen

Wie hoch sind die Kosten für Nachhilfeunterricht?

Wie teuer der Nachhilfeunterricht tatsächlich ausfällt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Dauer sowie die Form des Nachhilfeunterrichts sind in erster Linie für die Ausgabenhöhe entscheidend. Des Weiteren ist Einzelunterricht meist kostenintensiver als Gruppenunterricht. Die Abrechnung erfolgt meist auf Basis der geleisteten Stunden. Bei Nachhilfeinstituten kommt gegebenenfalls eine einmalige Anmeldegebühr hinzu.

Die Entlohnung für pädagogische Fachkräfte variiert meist stark. Ausgehend von rund 15 Euro je Nachhilfestunde kennt das Honorar keine Obergrenze. Findet der Unterricht beim Nachhilfeschüler selbst statt, sind die Fahrtkosten meist zusätzlich zu entrichten. Grundsätzlich können die Ausgaben für Nachhilfeunterricht je nach Bundesland und Wohnort variieren.